Das kleine 1x1 der Wandgestaltung

Beim Dekorieren der eigenen vier Wände wird diesen häufig überraschend wenig Aufmerksamkeit zuteil. Zugegeben, alle Wände weiß zu streichen und ein paar Bilder aufzuhängen ist einfach und schnell erledigt, doch Kreativität sieht anders aus. Neben einer bereiten Auswahl an Farben und Tapeten gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, um Wände zu gestalten.

Zunächst sollten Sie deshalb überlegen, in welche stilistische Richtung Sie gehen wollen. Modern und schrill? Ländlich und gediegen? Mediterran? Orientalisch? Oder doch lieber ein Mix aus verschiedenen Stilen? Viele Fragen, auf die nur Sie eine Antwort haben. Wir helfen Ihnen jedoch dabei, diese Konzepte in die Tat umzusetzen und zeigen Ihnen handfeste Ideen für Wandgestaltungen auf.

Wandgestaltung
Bilder sind nicht die einzige Möglichkeit, um Wände in Szene zu setzen. Trotzdem sollte man ihre Wirkung nicht unterschätzen.

Inhaltsverzeichnis

Farben für die Wandgestaltung

Beginnen wir mit dem offensichtlichsten Gestaltungselement: der Farbe. Der eigene Geschmack ist hierbei zwar der wichtigste Faktor, aber Sie sollten bedenken, dass Farben auch immer eine Wirkung auf uns haben. So können intensive Farben wie Rot schnell bedrängend wirken, wenn alle Wände in Rottönen gestrichen werden. Und eine dunkelblaue Wand schafft im Schlafzimmer zwar eine beruhigende Atmosphäre, verdirbt aber Ihren Gästen im Esszimmer schnell den Appetit.

Orientieren Sie sich jedoch an einigen Grundregeln, kann nur wenig schiefgehen. Dunkle und kühle Farben wie Blau, Violett und Grün treten optisch zurück und lassen einen Raum größer wirken, während warme Farben wie Geld und Orange optisch näher rücken. Doch auch hier gibt es durchaus Spielraum. Ein Grün mit hohem Gelbanteil ist wärmer als ein dunkles Tannengrün. Und Kirschrot wirkt kälter als ein leuchtendes Tomatenrot.

 

Wandfarben
Nichts spricht dagegen auch mehrere Farben zu verwenden. Vor allem Farben derselben Farbfamilie lassen sich mit Leichtigkeit kombinieren.

Gesamtbild beachten

Und auch bei Wohnmöbeln und Accessoires können Sie mit Farbnuancen spielen und beispielsweise verschiedene Grüntöne verwenden. Generell sollten Sie niemals das Gesamtbild aus den Augen verlieren und Ihre Einrichtung beachten. Die warmen Brauntöne von dunklen Holzmöbeln lockern beispielweise das kühle Blau an den Wänden auf, sind aber in der Kombination mit einem strahlenden Gelb zu viel des Guten.

Kontraste sind ebenfalls ein tolles Stilelement, um Dynamik zu erzeugen. Eine gelbe Wand kann beispielsweise durch eine violette Kommode ergänzt werden. Wer es weniger offensichtlich mag, kann auch zu neutralen Farben wie Weiß, Schwarz, Beige oder Grau greifen, um kräftigen Farben einen Gegenspieler zu geben. Eine einzelne rote Wand wird vor allem durch weitere weiße Wände und Möbelstücke gekonnt in Szene gesetzt. Die Möglichkeiten sind praktisch unbegrenzt. Lesen Sie deshalb unseren ausführlichen Ratgeber Wandfarbe Ideen für weitere Ideen und Tipps zur richtigen Farbwahl Ihrer Wände.

Wandgestaltung mit Farbe
Mut zur Farbe zahlt sich aus. Achten Sie darauf, die Wandfarben auch in Möbeln, Textilien und Wohnaccessoires aufzugreifen.
Kreative-Wandgestaltung-mit-Farbe
Hier stimmt das Gesamtbild. Die pastelfarbene Wand wird durch pastellige Textilien ergänzt, wodurch der gesamte Raum stimmig wirkt.

Wandgestaltung: Tapeten Ideen

Tapeten müssen nicht weiß und langweilig sein. Designertapeten sind zum Beispiel ein wahrer Augenschmaus und für jeden Einrichtungsstil erhältlich. Von bunten geometrischen Mustern bis hin zu naturnahen tropischen Palmen ist alles dabei, was Sie sich wünschen könnten. Gleiches gilt auch für Strukturtapeten, die fühlbar anders sind und die Blicke auf sich ziehen.

Sie müssen bei Tapeten auch nicht unbedingt alle Wände gleichermaßen mit derselben Tapete gestalten. Eine einzelne Wand kann mit einer aufsehenerregenden Tapete tapeziert werden, während die anderen Wände in einem neutralen Ton, wie beispielsweise Grau, gehalten werden. Dadurch wird die Wirkung der Tapete sogar noch zusätzlich unterstützt.

Und auch einzelne Tapetenbahnen können gezielt als Gestaltungselement eingesetzt werden, um Akzente zu setzen. Achten Sie dabei stets auf die richtigen Farbkombinationen und darauf, dass der Rest der Einrichtung zum Stil passt. Eine bunte Retro Tapete im Stil der 70er passt nicht gut in einem Raum im floralen Jugendstil. Sehr viel eher könnte Sie aber Platz in einem modern eingerichteten Wohnzimmer finden, welches durch Retro-Accessoires und Möbel ergänzt wurde.

tropische-Tapete
Auffällige Tapetenbahnen wie diese können auch gezielt dazu genutzt werden, einzelne Bereiche eines Zimmers hervorzuheben und optisch vom Rest zu trennen. In diesem Beispiel entsteht so ohne viel Mühe ein eigenständiger Arbeitsbereich.
geometrische-Tapete
Diese Wand hat keine Bilder nötig. Nettes Detail: die Tische passen vom Stil her zur Wand.

Mit der richtigen Technik gestalten

Einfaches Tapezieren oder Anstreichen kann durch den Einsatz von speziellen Techniken ergänzt werden. Ob Rollputz, Zierleisten, Stuck oder Effektspachtel, es gibt etliche Wege, um einer Wand das Gewisse etwas zu geben. Mit Schablonen können Sie auch ganz einfach selbst Muster und Schriften an Ihre Wand bringen. Natürlich können Sie damit auch direkt einen professionellen Maler beauftragen.

Für andere aufwendige Farbgestaltungen wie etwa Farbverläufe oder Streifen sind Maler ebenfalls die richtigen Ansprechpartner. Solche Spielereien sauber an die Wand zu malen erfordert Erfahrung und das richtige Werkzeug.

Wenn Sie lieber selbst ans Werk gehen möchten, helfen Ihnen unsere Richtig Streichen Anleitung und Richtig Tapezieren weiter.

Effektspachtel
Die subtile Struktur gibt der Wand das gewisse Etwas.

Wandverkleidung: Willkommen in der Natur

Falls bunte Tapeten mit Struktur nicht ausreichen, um sich vollends der Illusion nach Natur und Wildnis hinzugeben, sind Paneele die richtige Wahl. Neben Holzpaneelen sind vor allem Stein- und Schieferpaneele beliebte Wandverkleidungen.

Neben natürlichen Materien wie Naturstein oder Holz sind MDF-Platten, die aus fein gemahlenen Holzfasern bestehen und ähnlich wie Holz auch feuchtigkeitsregulierend sind. Dabei müssen sie nicht mal zwingend eine Holzoptik besitzen, auch eine Steinoptik lässt sich damit nachbilden.

In diesem Zusammenhang sollen auch nicht Wandverkleidungen aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) unerwähnt bleiben. Sie sind sowohl im Innen- als auch Außenbereich verwendbar und stark belastbar. Sie sehen täuschend echt aus und können problemlos an die bereits bestehende Wand befestigt werden. Legen Sie besonders viel Wert auf eine besondere Haptik, sind 3D Wandpaneele aus Gips vielleicht das richtige für Sie.

Wandtteppiche

Eine schöne Alternative zu Wandverkleidungen sind Wandteppiche. Sie nehmen nur eine begrenzte Fläche ein und sind leicht austauschbar, falls einem der Sinn nach etwas Neuem steht. Sie strahlen häufig eine gewisse Gemütlichkeit aus und werden deshalb vor allem über dem Sofa, dem Bett oder über einer Sitzecke aufgehängt.

Achten Sie bei der Auswahl des Wandteppichs natürlich auch wieder auf die farbliche Wirkung und orientieren Sie sich beim Stil und des Farben Ihres Teppichs an Ihrer Einrichtung.

Wandpanelle
Das Holzpaneel an der Wand zieht garantiert alle Blicke auf sich. Um nicht davon abzulenken, wurden die restlichen Wände in einem schlichten Weiß gehalten.
Wandteppich
Mit einem Wandteppich haben Sie jederzeit die Möglichkeit umzugestalten.
Steinpanelle
Steinpaneele sind ein besonderer Blickfang und in praktisch allen Räumen willkommen.

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Wanddekoration: Bilder, Wandtattoos, Spiegel und Co.

Sie haben die perfekten Farben gefunden oder schöne Tapeten an die Wände gebracht und fragen sich, was jetzt noch an die Wände kann? So einiges! Allein schon bei den Bildern stehen Ihnen eine breite Auswahl an Motiven und Gestaltungsarten zur Auswahl. Handgemalte Ölgemälde sind ein echter Blickfang und sollten möglichst für sich allein stehen, ohne große Ablenkung drum herum, wie etwa direkt über dem Sofa oder in der Nähe des Esstisches. Selbiges gilt vor allem für große Panoramabilder.

Für eingerahmte Kunstdrucke oder rahmenlose Acrylglas-Bilder findet sich an fast jeder Wand ein passender Platz. Achten Sie dabei jedoch auch auf den Untergrund. Eine Strukturtapete mit auffälligem Muster sollte nach Möglichkeit für sich allein stehen und nicht durch große Bilder überdeckt werden. Hier eignen sich eher kleine Bilder mit schlichten Motiven.

Falls Sie lieber eine direkte Dekoration an Ihrer Wand haben möchten, sind Wandtattoos einen Blick wert. Verspielte Motive für das Kinderzimmer sind hierbei genauso häufig erhältlich wie pfiffige Schriftzüge oder Naturmotive. Sie sehen aus wie aufgemalt, lassen sich aber im Gegensatz zu echten Tattoos leicht wieder entfernen. Es gibt sogar Wandtattoos für die Decke, wie etwa Kompasse, Sternenhimmel oder Wolken.

Wer es dagegen etwas plastischer mag, kann auch zur Deko aus Holz, Filz, PVC und Co. greifen. Diese wird einfach an die Wand gehängt und ist ebenfalls in diversen Motiven und Schriftzügen erhältlich. In diesem Zusammenhang sollte auch eine Wanduhr nicht unerwähnt bleiben. Von klar ablesbar bis zum abstrakten Kunstwerk ist hier so ziemlich alles mit dabei.

Vergessen Sie auch nicht die Verwendung von Spiegeln. Vor allem kleine Räume können durch größere Spiegel optisch vergrößert und besser ausgeleuchtet werden. Sollte das nicht ausreichen, sind auch Wandbeleuchtungen eine Möglichkeit, den Raum auszuleuchten. Diese können in einem Bild oder Dekogegenstand zum Aufhängen integriert sein und so gleich den Wunsch nach Dekoration erfüllen.

Wandsticker
Bei diesem niedlichen Wal schlagen Kinderherzen höher. Wandtattoos sind vor allem in Kinderzimmern und Jugendzimmern aus gutem Grund immer häufiger anzutreffen.
Spiegel-an-der-Wand
Die geschickte Platzierung des Spiegels ist nicht nur ein Hingucker, er vergrößert auch optisch den Raum.

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