Richtig Verputzen ohne Profi

Untergrund wird verputzt
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Neue Objekte müssen nach dem Bau und ältere Objekte nach einigen Jahren komplett neu verputzt werden. Häufig stehen die Eigentümer vor der Frage, ob sie diese Arbeit selbst durchführen können. Putzarbeiten sind mit einem großen Aufwand verbunden und Laien sollten sich deshalb vorab gut informieren. Wir erklären Ihnen in unserer Verputzen Anleitung daher, wie Sie Ihre Fassaden richtig verputzen und welche Werkzeuge Sie dafür brauchen.

Verputzen Werkzeug & Material

Einige Werkzeuge und Materialien sind durch Alternativen ersetzbar, doch im Großen und Ganzen sollte Ihre Ausrüstung folgende Utensilien beinhalten:

  • Arbeitshandschuhe & Schutzbrille
  • Besen
  • Bürste
  • Eimer
  • Leiter
  • Hammer & Meißel
  • Abdeckfolie & Klebeband, Malervlies
  • Mörtel
  • Mörteleimer oder Mörtelwanne
  • Bohrmaschine mit Rührquirl oder Kelle
  • Putz
  • Abziehbrett bzw. Kartätsche oder Abziehleiste
  • Putzeffektroller bzw. Strukturroller
  • Quast
  • Maurerkelle
  • Glättekelle
  • Gitterrabot
  • Wasserwaage
  • Zollstock & Stift
  • Putzprofile bzw. Putzschienen
  • Blechschere oder Winkelschleifer
  • ggf. Reibebretter
  • ggf. Spachtelmasse oder Gips

In der Regel bekommen Sie die aufgeführten Materialien in jedem Baumarkt. Sie können Artikel, wie die Putzprofile, aber natürlich auch online kaufen.

Anleitung Wand verputzen – Vorbereitung

Als Erstes sollten störende Möbel beiseite gerückt und mit Folie abgedeckt werden, gleiches gilt auch für den Boden, Fenster, Türen etc. Falls noch nicht geschehen, müssen Sie zunächst die alte Tapete ablösen und den Untergrund vorbereiten, bevor sie mit dem Verputzen loslegen können. Der Untergrund sollte dazu trocken, riss- und staubfrei sein. Soll das Verputzen im Außenbereich stattfinden, bieten sich sonnige Tage an. Störende, lose Reste, Verunreinigungen und alten Putz entfernen Sie mit einer Bürste und Hammer und Meißel, während Risse gespachtelt werden. Danach erfolgt die Befestigung der sogenannten Putzschienen. Jedoch ist nicht jede Schiene für jeden Putz geeignet – warum erfahren Sie im folgenden Abschnitt.

Einfacheres Verputzen – Putzschienen anbringen

Putzschienen, auch schnell Schnellputzleisten und Putzprofile genannt, sind das A und O beim Verputzen. Sie sorgen als eine Art Rahmen für einen sauberen Abschluss zu allen Seiten und verstärken Ecken und Kanten. Sie sind in verschiedenen Materialien erhältlich (Edelstahl, Aluminium, verzinkter Stahl mit und ohne PVC Überzug etc.) und eignen sich für unterschiedliche Verwendungszwecke.

Schnellputzleisten sind demnach ein anfängerfreundliches Hilfsmittel. Sie sind lange, schmale Schienen (2,50 m) mit einer mittigen Falz, die jeweils rechts und links entlang der Falz gelocht sind. Bei hoher Feuchtigkeit, wie etwa im Bad oder auch im Außenbereich, sollten Sie jedoch nur rostfreie Putzschienen aus Edelstahl verwenden. Putzprofile mit PVC Überzug dürfen im Gegensatz zu Metall-Putzprofilen nicht überputzt werden. Auch die Kombination mit dem späteren Putz ist entscheidend, da beispielsweise Sanierputz nur mit Edelstahlputzprofilen kombiniert werden sollte, während bei einem Dämmputz fast jedes Putzprofil außer Aluminium Anwendung findet. 

Zu guter Letzt will also die Entscheidung für den richtigen Putz gut durchdacht sein. In unserem Ratgeber Innen- und Außenputze erfahren Sie, welche Putzsorten sich für Ihren Zweck am besten eignen. Erst, wenn Sie alle Putz Materialien zusammen haben, kann das eigentliche Verputzen beginnen. Lassen Sie sich daher vorab ausführlich zu Putzmörtel und Putzprofilen beraten, um Fehlkäufe zu vermeiden. Generell gilt, dass der Putz niemals härter sein sollte als der Untergrund, um später Risse im Putz zu vermeiden. Einzige Ausnahme: Wärmedämmputz und Wärmedämmverbundsysteme, denn hierbei fängt eine weiche Zwischenschicht Bewegungen ab.

Verputzen in 7 Schritten

Die Putzarbeiten sind keinesfalls mit dem Streichen von Wänden vergleichbar, denn sie sind viel anstrengender und aufwendiger, und Fehler können schwerwiegende Folgen für das Mauerwerk haben. Deswegen sollten Sie sich vorher gut überlegen, welche Putzmaterialien Sie verwenden und der Anleitung nur dann folgen, wenn Sie bereits erste handwerkliche Erfahrungen gemacht haben.

1. Etwa alle 1 bis 1,50 Meter wird eine Schnellputzleiste senkrecht gesetzt, wobei der Abstand zum Seitenrand 30 cm beträgt. Markieren Sie die Stellen und achten Sie darauf, dass die Abziehleiste von Schiene zu Schiene reicht (am besten noch ein Stück darüber) und dabei auch den Seitenrandbereich erfasst. Die Schnellputzprofile müssen nun mit etwas Mörtel befestigt werden, indem Sie die Markierungen benässen und den Ansetzmörtel auf die angezeichneten Stellen, genauer gesagt die Endpunkte der Schienen, verteilen. Gehen Sie entlang der Markierung und tragen Sie etwa alle 30 cm erneute Mörtel auf.

Die Schnellputzleisten werden anschließend in den Mörtel eingedrückt und mit einer Wasserwaage ausgerichtet bis es passt. Achten Sie dabei darauf, dass die Falz von der Wand weg zeigt und nicht nur der vertikale, sondern auch der horizontale Wandverlauf beachtet wird. Zu lange Leisten können mit einer Blechschere oder einem Winkelschschleifer gekürzt werden. Übrigens: Spezielle Eckschienen erleichtern das Verputzen an Kanten. Wiederholen Sie den Vorgang für alle Putzleisten und lassen Sie den Mörtel einen Tag lang trocknen.

2. Mit dem Verputzen müssen sie an dieser Stelle noch warten, denn der Untergrund muss jetzt in den meisten Fällen noch grundiert werden. Dies ist vor allem bei stark saugenden Untergründen wie z. B. Porenbeton erforderlich, um die Haftung zwischen Untergrund und Putz zu gewährleisten. Eine Grundierung (Aufbrennsperre) sorgt dafür, dass die Saugfähigkeit des Untergrundes herabgesetzt wird. Schwach saugende Untergründe wie z. B. Dämmplatten sind dagegen sehr glatt und besitzen kaum Poren. Hier muss vorher die Haftung mit einer Haftbrücke verbessert werden. Einige Untergründe, wie etwa Ziegelstein, kommen dagegen auch ohne vorbereitende Schichten aus. Nach dem Aushärten des Mörtels wird also die passende Grundierung mit einem Quast aufgetragen. Erst nach dem vollständigen Trocknen kann es mit dem eigentlichen Verputzen weitergehen.

Putz anruehren
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3. Nach der Trocknung der Grundierung kann es nun mit dem nächsten Schritt weiter gehen: Jetzt wird gemäß der Herstellerangaben der Putz angerührt. Zuerst wird hierbei das Wasser und danach das Putzmaterial in den Mörteleimer bzw. in die Mörtelwanne eingefüllt. Rühren Sie mit einer Kelle oder Bohrmaschine mit Rührquirl so lange in der Mischung, bis keinerlei Klumpen mehr zu sehen sind und halten Sie sich an die angegebenen Zeit- und Mengenangaben. Beachten Sie dabei, dass Sie nur so viel Putz anrühren sollten, wie Sie etwa in einer halben bis einen Stunde verputzen können.

4. Jetzt wird die Wand befeuchtet (z. B. mit einem Quast) und die erste Putzschicht, der Unterputz, mit einer Kelle aufgetragen. Das gelingt am besten mit einer geschwungenen Armbewegung, die als Spritzbewurf bezeichnet wird. Dadurch gelangt weniger Luft zwischen Putz und Wand. Die Schicht sollte dabei dicker sein, als die Schnellputzprofile herausragen, also in etwa 10 bis 15 mm. Glätten Sie mit der Glättekelle von unten nach oben die Oberfläche nach. Der ganze Prozess braucht etwas Übung, weshalb es wichtig ist, sich nicht von anfänglichen Problemen abschrecken zu lassen. Achten Sie dennoch darauf, bereits ab diesem Schritt möglichst sauber zu arbeiten, damit es später nicht zu Rissen und zur Instabilität der Wände kommt.

5. Lassen Sie den Unterputz für einige Stunden trocknen, bis Sie die Wand erneut befeuchten. Den Oberputz tragen Sie diesmal ordentlich mit der Glättekelle direkt auf die zu bearbeitende Fläche auf. Ein optionales vorheriges Aufrauen mit dem Gitterabot bewirkt, dass die zweite Putzschicht besser hält. Halten Sie die Kelle beim Putz auftragen leicht schräg und verteilen Sie den Putz über einen Wandflächenabschnitt. Je nach Putzprofil kann sich die Dicke der zweiten Putzschicht unterscheiden, wobei sie jedoch 1 cm nicht überschreiten sollte.

Verputzen einer Wand
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6. Nehmen Sie nun eine Kartätsche und ziehen Sie damit den Putz mit leichtem Druck von unten nach oben glatt. Die Falzen der Schnellputzleisten dienen dabei als Endpunkte der Abziehlatte bzw. Kartätsche, die genau dazwischen passen sollte. Bei Unebenheiten ist ein Gitterrabot die richtige Wahl. Wiederholen Sie Schritt drei und vier bis die ganze Wand fertig ist. So gelingt ein gleichmäßiger Verputz.

Anders sieht es jedoch bei Strukturputzen und Reibeputzen aus, denn hier wird nach dem Glattstreichen noch strukturiert, z. B. mit einem Reibebrett. Dazu sollte der Putz bereits leicht angetrocknet sein, sodass bereits überschüssiger Putz beim Verwenden des Reibebrettes abfällt und nicht etwa verschmiert. Je nach Bewegung (kreisförmig, waagerecht, senkrecht, hin und her, kreuzweise oder diagonal) lassen sich auf diese Weise verschiedene Strukturen kreieren. Warten Sie mit dem Strukturieren jedoch auch nicht zu lange, denn fest getrockneter Putz lässt sich nur schwer strukturieren.

7. Und auch mit der Reinigung der Werkzeuge sollten Sie nicht all zulange warten, denn getrockneter Putz lässt sich kaum restlos entfernen. Dazu reicht ein Eimer Wasser und eine widerstandsfähige Bürste. Der Raum sollte außerdem für mehrere Tage gut gelüftet werden, bevor Sie die Wand weiter bearbeiten (z. B. Tapezieren, Streichen usw.)

Verputzen mit dem Profi

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Trotz all dieser Tipps ist Verputzen immer noch ein Experten-Job. Maler und Lackierer beherrschen das Verputzen der Innen- und Außenfassade und kümmern sich außerdem um eine professionelle Fassadendämmung. Diese Arbeiten können Sie als Laie nicht in gleicher Qualität durchführen. Vor allem die Putzarbeiten an Neubauten und sehr alten Gebäuden sind aufwendig und sollten einem Profi überlassen werden. Nur ein Profi gewährleistet, dass die Fassaden optisch hervorragend gestaltet werden und die Dämmung den gesetzlichen Bestimmungen entspricht.

Insbesondere im Hinblick auf die gesetzlichen Vorgaben können Sie viele Fehler machen, wenn Sie die Arbeiten in Eigenregie durchführen. Ein professioneller Malermeister kann die Innen- und Außenfassade außerdem ganz nach Ihren individuellen Wünschen gestalten. Die Verputzen Kosten fallen zudem sehr hoch aus, wenn Sie diese selbst durchführen und alle Materialien kaufen müssen. Lassen Sie sich deshalb von Malermeistern Kostenvoranschläge unterbreiten und nutzen Sie die vielfältigen Möglichkeiten eines Verputzers in Ihrer Nähe. Achten Sie auf Referenzen, Preise und Leistungen und Sie werden den richtigen Fachmann schnell und unkompliziert finden.

Tipp: Nehmen Sie sich auch Zeit für einen Maler-Preisvergleich - so sparen Sie eventuell hier und da noch etwas beim Budget für die Verputzarbeiten.


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