Selbst tapezieren oder den Maler rufen?

Tapezierarbeiten können zu einer großen Herausforderung werden, die mit vielen Problemen verbunden ist. Insbesondere Laien fehlt das nötige Fachwissen, um die Tapeten schnell und effizient an die Wände zu bekommen. Wir möchten Ihnen mit dem nachfolgenden Ratgeber daher erläutern, wie Sie richtig tapezieren. Zudem zeigen wir Ihnen auch die Vorteile auf, die mit einem Profi verbunden sind und helfen Ihnen, den richtigen Tapezierer in Ihrer Nähe zu finden.

Tapezieren Werkzeug und Material

Tapezierer Werkzeuge
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Bevor Sie mit dem Tapezieren beginnen können, müssen Sie zuallererst die richtigen Materialien beschaffen. Dazu gehören...

  • Tapeziertisch
  • Leiter
  • Kleisterbürste bzw. Quast
  • Kleister
  • Tapete
  • Tapezierschere bzw. ein Tapetenmesser
  • Wasserwaage
  • Zollstock und Bleistift
  • Eimer
  • Rührstab

Tapetenbedarf berechnen: Wie viele Tapetenrollen brauche ich?

Tapetenrollen
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Natürlich brauchen Sie auch eine ausreichende Menge an Tapetenrollen. Seien Sie sich darüber im Klaren, dass beim Tapezieren viel Verschnitt entsteht und kalkulieren Sie diesen bei der Berechnung der benötigten Tapetenbahnen ein.  Eine Tapetenbahn sollte demnach lang genug sein, um eine ganze Raumhöhe abzudecken und zusätzlichen lang genug sein, um den Verschnitt auszugleichen. Dazu nehmen Sie die Länge der Tapetentrolle (z. B. 10,05 m) und teilen diese durch die Raumhöhe (z. B. 2,50 m). In diesem Beispiel ergeben sich 4,02 Bahnen pro Rolle. Dies bedeutet jedoch auch, dass Sie sich nur 5 cm Verschnitt erlauben dürften (0,02 * 2,50 m = 0,05 m).

Noch genauer errechnen Sie die exakte Tapetenrollen Anzahl mit folgender Formel (plus Beispielrechnung):

(Raumlänge + Raumbreite) * 2 = Raumumfang
(5 m + 3 m) * 2 = 16 m

Den Raumumfang durch die Bahnbreite (auf der Tapetenrollenverpackung angegeben) = Bahnenanzahl pro Raum
16 m / 0,53 m = 30,19 → aufrunden auf 31

Die Rollenlänge durch die Bahnenlänge = Bahnenanzahl  pro Rolle
10,05 m / 2,95 m = 3,41 → abrunden auf 3

Bahnenanzahl des Raumes durch die Bahnenanzahl pro Rolle  = Rollen Anzahl
31 / 3 = 10,33 → aufrunden auf 11

Für einen 5 x 3 Meter großen Raum benötigen Sie demnach mindestens elf Rollen. Die Fenster und Türen sind noch mit eingerechnet, was bedeutet, dass noch etwas Tapete übrig bleibt. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Sie jedoch trotzdem lieber zu zwölf Rollen greifen, da Sie ohnehin mit mindestens 10 % Verschnitt rechnen müssen. Je komplizierter das Muster ist, desto höher fällt in der Regel auch der Verschnitt aus.

Untergrund vorbereiten
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Richtig Tapezieren: Untergrund Vorbereitung

Decken Sie Ihre Möbel, Böden und Steckdosen sorgfältig mit Folie und Malerkrepp ab, um später weniger Putzarbeit zu haben. Beginnen Sie jedoch erst mit dem Tapezieren, nachdem Sie den Untergrund gut gereinigt haben. Dieser Schritt ist unerlässlich, weil sonst die neuen Tapeten nicht an der Wand halten oder sich unschöne Verformungen bilden. Insbesondere das Glasfasertapete entfernen kann zu einer echten Herausforderung werden. Bei einer normalen Tapete reicht jedoch oftmals das sachte Einweichen mit Spülwasser aus der Sprühflasche, um die Tapete für einen sauberen Abzug vorzubereiten. Etwaige Tapetenreste werden mit dem Spachtel abgeschabt und Risse und Löcher im Putz zugespachtelt. Bei starken Putzschäden müssen Sie ggf. erneut richtig Verputzen, da sonst Nässe durch den Putz tief ins Bauwerk gelangen und starke Schäden anrichten kann. Im Falle einer bereits frisch verputzen Wand kann ein spezieller Haftgrund aufgetragen werden, damit die Tapete besser haftet. Generell ist eine Grundierung gerade bei problematischen Wänden von Vorteil, damit die Tapete nachher auch einwandfrei haftet. Die richtige Grundierung hängt von der Saugfähigkeit und der Porosität des Untergrundes ab. Bei porösen Wänden kommt vor dem Anbringen der Tapete vor allem der sogenannte Tiefengrund zum Einsatz.

Richtig Tapezieren: Tapetenkleister anrühren

Es kommt beim Tapezieren auf viele Kleinigkeiten an. So müssen Sie den Tapetenkleister genau nach Herstellerangaben mit normalem kaltem Wasser anmischen, denn erwärmtes Wasser führt zur Klumpenbildung. Rühren Sie unentwegt, während Sie das Pulver nach und nach zügig hinzugeben und rühren Sie auch danach noch eine Zeit lang weiter. Wechseln Sie dabei auch einmal die Richtung, um das Pulver vollständig mit dem Wasser zu vermischen. Benutzen Sie stets die gesamte Packung, denn schwere Bestandteile im Kleisterpulver setzen sich unten ab, weshalb das unvollständige Verbrauchen des Kleisterpulvers zu einem falschen Mischverhältnis führt. Falls Sie nicht alles sofort aufbrauchen können, ist der Kleister immerhin für die nächsten 7 bis 14 Tage weiter verwendbar. Einzige Voraussetzung dafür ist das abgedeckte Aufbewahren an einem kühlen Ort. Vor der erneuten Nutzung müssen Sie den Kleister noch einmal gut umrühren. Tipp: Auch älterer Kleister kann noch als Bastelkleber verwendet werden.

Nach einer Quellzeit von etwa 15 Minuten ist der Kleister fertig. Je nach Kleister kann die Konsistenz etwas abweichen, aber im Normalfall sollte er relativ zähflüssig sein. Die Ruhezeit können Sie derweil perfekt nutzen, um schon einmal im nächsten Schritt die Tapetenbahnen zu schneiden.

Richtig Tapezieren: Tapeten schneiden und Tapeten falten

Tapetenkleister auftragen
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Tapete schneiden
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Legen Sie eine Tapetenbahn auf den Tapeziertisch und schneiden Sie die Tapetenbahn mit einem speziellen Tapetenmesser oder einer Tapezierschere. Seien Sie dabei großzügig und schneiden Sie lieber 10 cm zu lang und niemals zu kurz! Gerade bei gemusterten Tapeten kann das Schneiden eine Herausforderung darstellen, da Sie den Schnitt dem Muster anpassen müssen. Gehen Sie dabei möglichst sorgfältig vor, denn krumm geschnittene Tapetenbahnen sehen nicht nur unschön aus, sie erschweren später auch das korrekte Aufkleben in Kombination mit den danebenliegenden Bahnen.

Der Kleister dürfte mittlerweile die richtige Konsistenz haben, die etwas dickflüssiger ist. Die geschnittenen Tapetenbahnen werden jetzt mit der Vorderseite nach unten auf den Tapeziertisch gelegt und mithilfe eines Quasts mit Kleister bestrichen. Achten Sie darauf, dass auch die Ränder gut mit Kleister bestrichen sind, ohne dabei auf die Vorderseite zu gelangen. Bei einigen Tapeten sieht man Kleisterflecken nämlich sehr deutlich.

Jede Tapetenbahn sollten Sie nun richtig einweichen und falten. Gerade bei der Einweichzeit können Sie schnell einen Fehler machen. Weicht die Tapetenbahn zu lange ein, wird sie oftmals reißen. Ist die Einweichzeit zu kurz, wird sich die Bahn von der Wand lösen. Halten Sie sich dazu am besten an die Herstellerangaben. Die Tapetenbahn muss nach dem Einweichen außerdem richtig gefaltet werden. Das Einfalten zu 1/3 auf der einen und zu 2/3 auf der anderen Seite ist optimal. Keine Fläche der Bahn sollte hierbei unbedeckt sein. Achten Sie darauf, dass Sie den Kleister gut verteilen. Wenn Sie Raufaser übertapezieren möchten, müssen Sie besonders sorgsam vorgehen. Hier ist es häufig besser, auf einen Profi zu vertrauen.

Richtig tapezieren: Tapetenbahn anbringen

Tapete anbringen
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Nachdem Sie also den Untergrund ausreichend vorbehandelt haben und dieser trocken und eben ist, kann das eigentliche Tapezieren beginnen. Nehmen Sie dazu eine Wasserwaage und zeichnen Sie für die erste Tapetenbahn einen senkrechten Strich an die Wand. Diese Linie dient als Hilfslinie für Ihr erste Tapetenbahn und sollte so exakt wie möglich gezeichnet werden. Greifen Sie dann zu einer Bahn, wobei das kürzere Stück bzw. Drittel nach oben zeigt und das längere Drittel nach unten. Klappen Sie jetzt das obere dritte Drittel auf und kleben Sie die Bahn mit etwas Überstand zur Decke sorgfältig anhand der Hilfslinie an die Wand. Streichen Sie danach die Tapetenbahn glatt (z. B. mit einer Bürste). Die Überstände schneiden Sie anschließend mit dem Tapetenmesser oder der Tapetenschere ab.

 

Welche Kosten fallen beim Tapezieren an?

Alte Tapetenreste werden entfernt
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Der größte Kostenaufwand entsteht für den Kauf der Tapeten. Raufasertapete ist mit Anschaffungskosten von ca. 0,20 Euro pro laufendem Meter vergleichsweise günstig. Eine qualitativ hochwertige Vliestapete kostet zwischen 0,80 Euro und 1,60 Euro pro laufendem Meter. Die Vliestapete ist in der Anschaffung sehr teuer. Die hohe Qualität macht sich allerdings langfristig bemerkbar.

Viele Heimwerker bevorzugen Raufasertapete. Ziehen Sie aber auch einmal eine Vliestapete in Betracht. Für den Kleister können Sie ungefähr 0,60 Euro pro Quadratmeter einkalkulieren. Falls Sie beim Tapezieren Kosten sparen möchten, kann es empfehlenswert sein, einen professionellen Tapezierer zu beauftragen. Insgesamt wird das Ergebnis häufig schöner und die Kosten sind niedriger.

Einen guten Tapezierer in der Nähe finden

Bevor Sie mit den Tapezierarbeiten beginnen, stellen Sie sich vermutlich die Frage, ob ein Tapezierer in Ihrer Nähe die Tapezierarbeiten nicht schneller und günstiger erledigen kann. Richtig schön wird die Wohnung nämlich immer, wenn Sie einen professionellen Tapezierer beauftragen. Gerade bei detailierten, teuren Mustertapeten ist das geschulte Auge des Tapezierers goldwert, denn dieser kann ohne viel Verschnitt passende Tapetenbahnen zuschneiden und exakt ankleben. Das spart Geld und Nerven. Auch bei der Schnelligkeit ist ein Profi dem Laien haushoch überlegen, weshalb gerade größere Wohnungen und aufwendigere Tapeziermaßnahmen von der Hilfe des Fachmanns profitieren.

Wie aber können Sie einen guten Tapezierer finden? In der Regel übernehmen Maler und Lackierer die Tapezierarbeiten. Sie sollten bei der Suche also nach einem Maler oder Lackierer in Ihrer Nähe schauen. Über unseren 11880.com-Maler-Ratgeber können Sie einfach und schnell verschiedene Maler und Lackierer in Ihrer Nähe suchen und sofort im Anschluss unverbindliche Angebote einholen.


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